Ein Blog von Dieter N

Bakterienphagen, kurz Phagen (griesch: phagen = fressen) sind im biologischen Sinn Viren, die jedoch nur Bakterien angreifen und auflösen. Phagen können sich nicht alleine, sondern ausschließlich in Bakterienzellen vermehren. Bakterien sind Ihre" Wirte.

Eine Phage ist sehr viel kleiner als eine Bakterienzelle und besteht lediglich aus seiner Erbsubstanz (Nukleinsäure, meist DNA), die in eine Proteinhülle eingebetet wird.

Ganz einfach gesagt, die Phage erobert die Bakterie, zerstört sie und es entstehen neue Phagen. Das so lange, bis die Bakterienzelle platzt und viele junge Phagen entlässt. Die große Zahl der Phagen "fressen" dann die passenden Bakterien in ihrer Nähe vollkommen weg.

Nun kommt die Phagentherapie ins Spiel. Findet man einen Phagen gegen ein krankmachendes Bakterium und setzt ihn dagegen ein, so kann das Bakterium von der Phage ohne bekannte Nebenwirkungen abgetötet werden. Hat die Phage die Zielbakterien vernichtet, so geht sie mangels "Nahrung" zugrunde.

Während Antibiotika Bakterien meist im Wachstum hemmen und in der schnellen Vermehrungsphase angreifen, töten Phagen die Bakterien unabhängig von der Wachstumsphase. Phagen lösen keine Allergien aus und zerstören auch nicht die nützlichen Bakterien.

Phagen werden in Osteuropa. u.a. in Georgien seit vielen Jahren zur Behandlung von Bakterieninfektioen, als Alternative zu Antibiotika,  eingesetzt. Man züchtet anhand einer Probe der zu bekämpfenden Bakterien einen passenden Phagen. In Westeuropa ist da nicht so. Hier konnte man sich seit vielen Jahren auf Antibiotika als Waffe gegen Bakterien verlassen. Mittlerweile treten bei dieser Behandlung vermehrt Resistenzen gegen die Antibiotika auf.

Sollen wir uns also für eine vermehrte Forschung der Phagentherapie einsetzen? Was meint Ihr?